Die Genossenschaft VillageOffice wird Mitglied bei CooperativeSuisse

Die Genossenschaft VillageOffice bringt die Arbeit wieder dahin zurück, wo wir leben. Mit einem engmaschigen Coworking-Angebot von lokalen Gemeinschaftsbüros bietet sie praktische Alternativen zu Homeoffice und Firmenarbeitsplatz. Dank der Digitalisierung und neuen Informationstechnologien kann die dezentrale Arbeit wieder gestärkt werden. Somit werden auch Verkehrsströme reduziert, lokale Gemeinschaften gefördert und zeitgemässe Arbeitswelten geschaffen. VillageOffice nutzt dieses Potenzial und baut ein schweizweites Netz von lokalen Coworking auf.

Neu ist das Genossenschaftsunternehmen VillageOffice auch Mitglied von CooperativeSuisse. Wir heissen das junge und innovative Unternehmen herzlich willkommen. Mit dem Beitritt von VillageOffice ist nun auch der Sektor Coworking auf unserer branchenübergreifenden Plattform vertreten. Das freut uns sehr und wir sind überzeugt, dass VillageOffice mit ihrem zukunftsweisenden Ansatz zu einem bereichernden Austausch in unserem Netzwerk beitragen wird.

Interveiw mit Remo Rusca, Partner bei VillageOffice

Welche gesellschaftliche Wirkung will VillageOffice erzielen und wo sehen Sie das Unternehmen diesbezüglich in 5 Jahren?

Remo Rusca: Wir wollen erreichen, dass das Potenzial von dezentralem Arbeiten in Unternehmen sinnvoll genutzt wird. Gemeinden sollen ihre Chance erkennen, lokale Gemeinschaften durch die Verbindung mit Coworking wieder zu beleben. Wir begleiten Gemeinden und Regionen auf diesem Weg. Dabei bauen wir unser Netzwerk mit lokalen Partnern weiter aus und helfen bestehende Coworkings zu vernetzen. Unsere Partner Spaces sind verteilt über die ganze Schweiz, gerade auch in ländlichen Regionen. Mit VillageOffice können diese Gemeinden die Digitalisierung zum eigenen Vorteil nutzen. Sie behalten Arbeitsplätze im Ort. Sie schaffen neue Märkte für das lokale Gewerbe. Wir sind überzeugt, dass in fünf Jahren das Potenzial dezentraler Arbeitsformen gerade auch in traditionellen Unternehmen weit häufiger genutzt wird als heute. Denn es ermöglicht Unternehmen, professionelle Arbeitsplätze flexibel dort anzubieten, wo die Arbeitnehmenden wohnen. Dies reduziert die Pendlermobilität. Ein Mehrwert für die betroffenen Arbeitnehmenden, ein Gewinn für die Umwelt. Mit unserem ganzheitlichen Ansatz wirken wir auf Unternehmen und Gemeinden, Mensch und Umwelt.

Worin bestehen für eine junge Genossenschaft wie VillageOffice die Herausforderungen?

Remo Rusca: Der genossenschaftliche Ansatz ist für ein Jungunternehmen wie VillageOffice mit einem breiten Wirkungsfeld die beste Möglichkeit, die verschiedenen Partner als Ökosystem einzubinden. Er ist die ideale Gesellschaftsform, um einen höheren Zweck und daran festgemachte Ziele kollaborativ zu erreichen. Denn wir sind uns bewusst, wir müssen Gemeinden, Unternehmen genauso wie Einzelpersonen einbinden und begleiten auf dem Weg zu neuen Arbeitsmodellen, zu einer smarten Mobilität und einer Integration von Arbeit und Familie. Unsere Herausforderung ist es, das Angebot an VillageOffices in dem Tempo aufzubauen, wie in den Unternehmen die Akzeptanz für die neuen Arbeitsformen wächst. Dazu müssen wir Entscheidungsträger und Menschen gleichsam inspirieren. Wir brauchen auch deren gesellschaftlichen Willen und Engagement, um unsere Mittel sehr gezielt einzusetzen.

Welche Potenziale sehen Sie im wirkungsorientierten / sozialen Unternehmertum?

Remo Rusca: Wer die Gesellschaft nachhaltig verändern will, braucht einen ganzheitlichen nachhaltig wirkenden Ansatz. Das soziale Unternehmertum trägt diesem Gedanken Rechnung. Unternehmertum beruht auf dem Anspruch, selbst Verantwortung zu übernehmen. Initiative ergreifen, innovative Lösungen suchen, auf neue Herausforderungen Antworten finden – das macht eine Unternehmerin, so handelt ein Unternehmer. Und es muss wirtschaftlich funktionieren. Deswegen ist das soziale Unternehmertum die beste Möglichkeit, in unserer heutigen Welt etwas zu bewegen: Es ist die Königsdisziplin. Denn gleichzeitig unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, ist höchst herausfordernd und nicht mit guter PR gelöst. Wir sind überzeugt, dass gerade soziales Unternehmertum die richtigen Hebel in unserer Wirtschaft und in unserer Gesellschaft bewegt. So kann dieser Ansatz nicht glaubwürdig kopiert werden. Sprich Konzernen wird heute in der öffentlichen Wahrnehmung die Verbindung von wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zielen nicht zugetraut. Auch kann der Staat nicht alle gesellschaftlichen Herausforderungen lösen. Er kann aber partnerschaftlich soziales Unternehmertum begleiten und Rahmenbedingungen für Veränderungen schaffen. Genau das machen wir mit VillageOffice. Wir wollen zusammen mit Partnern aus allen Sektoren mit unserem Angebot eine nachhaltige Wirkung auf Unternehmen und Gemeinden, Arbeitende und die Umwelt erzielen. Am Ende hängt die Ausdehnung jeder Genossenschaft vom gesellschaftlichen Willen ab, das Selbsthilfeprinzip anzunehmen. In unserem Fall spielt zudem eine ausgewogene Entwicklung der verschiedenen Felder eine entscheidende Rolle. Zu diesem Zweck verbinden wir uns seit Beginn mit allen wichtigen Akteuren.

Rahel Pfister