Das Oekohotel Corporaziun Ucliva wird Mitglied bei CooperativeSuisse

Die Corporaziun Ucliva bezweckt nebst der Förderung eines umweltschonenden Tourismus und der Erhaltung eines intakten Orts- und Landschaftsbildes auch die Anwendung ökologischer Grundsätze bei Bau und Betrieb, sowie die Verwendung erneuerbarer Energien. Unter diesem Vorsatz entstand 1983 das erste Oekohotel der Schweiz „Hotel Ucliva“ in Waltensburg GR. Der soziale und ökologische Standard wird im Hotel- und Restaurantalltag konsequent umgesetzt, z.B. durch Wärmerückgewinnung, klimaneutrale Solar -und Holzschnitzelheizung, saisonale Lebensmittel und die Zusammenarbeit mit den Bio-Bauern und Bäuerinnen der Region. Besitzerin des Hotels ist bis heute die Genossenschaft, die mehr als 900 Mitglieder umfasst.

Es freut uns sehr, dass mit dem neuen Mitglied Corporaziun Ucliva nun auch der Bereich „Hotellerie“ bei CooperativeSuisse vertreten ist. Wir heissen die Genossenschaft herzlich willkommen und freuen uns auf einen bereichernden Austausch in unserem Netzwerk.

 Interview mit Helen Issler, Vorstand Corporaziun Ucliva

Welche gesellschaftliche Wirkung will Corporaziun Ucliva erzielen und wo sehen Sie die Genossenschaft diesbezüglich in 5 Jahren?

Helen Issler: Die Corporaziun will Vorbild sein und bleiben im Bereich des sanften, ökologischen und sozialen Tourismus. Dazu gehören auch der sorgfältige Umgang mit Menschen, Ressourcen und Nahrungsmitteln. Ein Ziel ist es, das Hotel Ucliva auch als Oase für Seminare, Kulturanlässe und Treffpunkt für die Region zu etablieren. Damit können die wetter- und saisonbedingten Schwankungen der Belegung ausgeglichen werden.

Worin bestehen für eine Genossenschaft wie Corporaziun Ucliva Herausforderungen?

Helen Issler: Die Corporaziun wurde 1978 gegründet. Ein Teil der Mitglieder ist mit ihr „in die Jahre“ gekommen und macht keine Berg- und Skiferien mehr. Eine Herausforderung ist die Verjüngung der Genossenschaft, um damit wieder neue ökologisch sensible Stammgäste zu gewinnen. Die Mitglieder erhalten 10% Rabatt auf ihre Logiernächte. Trotzdem ist der Bergtourismus angesichts der Billigangebote im Ausland stetig unter Preisdruck.

 Welche Potenziale sehen Sie im wirkungsorientierten / sozialen Unternehmertum?

 Helen Issler: In Zeiten von Gewinnmaximierung und Fusionen scheint mir der Wille zu persönlichem Engagement an sinnvollen Gemeinschaftsprojekten wieder zu wachsen. Die Mitwirkung an einem zukunftsorientierten, nachhaltigen Unternehmen gibt den Beteiligten die Chance an positiven Veränderungen mitzuwirken und Teil einer sinnvollen Gemeinschaft zu sein. Das gibt auch ein Gefühl von Heimat.

Rahel Pfister