Buntes Treffen zum internationalen Genossenschaftstag

Was sucht ein KaleidosKoop im Kosmos? Dasselbe wie CooperativeSuisse: Einen vielfarbigen Einblick in andere Welten. Denn die Veranstaltung KaleidosKoop im Zürcher Kulturhaus Kosmos zeigte vor allem: Es geht anders als der Mainstream – und macht dabei Spass!

Bevor sich – aus Anlass des internationalen Genossenschaftstags am 6. Juli – sechs Genossenschaftsunternehmen dem Publikum präsentierten, öffnete Moderator Fred Frohofer den Blickwinkel aufs grosse Ganze: Das Wirtschaften mit Commons (Gemeingütern) könne im Nahbereich die Marktwirtschaft ersetzen, wenn man die von Elinor Ostrom formulierten Regeln beachte.

Weltweit sind immerhin 280 Mio. Menschen bei Genossenschaften angestellt. Was da konkret abgeht, zeigten dann Oikocredit, Wohnen und mehr, Energiegenossenschaft Schweiz, Veloblitz, Kalkbreite und KISS. Diese sechs rockten also das Kosmos, jedeR nach seiner Fasson: Silvio Krauss hob die soziale, ökologische Rendite der Oikocredit-Anlagen hervor; Wohnen und mehr-Geschäftsführerin Claudia Bauersachs bot einen Einblick in Basels genossenschaftliches Stadtteilprojekt, wo LeNa neue Wohnformen konzipiert; Co-Gründer Amadeus Wittwer brachte die Sonnen-Allmend der Energiegenossenschaft  zum Strahlen; Katharina Brandenberger liess durchblicken, dass beim Veloblitz die Akzeptanz für E-Bikes parallel zum Umsatz wächst; Marianne Fassbild schilderte, wie Hunderttausende von Stunden Freiwilligenarbeit dank Selbstorganisation in Wert gesetzt werden; und Tony Nüscheler wog die Mühen abendfüllender Vorstandssitzung gegen den Gewinn ab, den die Kalkbreite dank Kreativität und Innovationskraft abwirft.

Anschliessend liessen sich die Gäste von Eric Nussbaumer, Präsident von CooperativeSuisse, zum Co-operativeDinner bitten. Als Amuse-Bouche schlug er den Bogen zur Social Business-Szene in Frankreich, wo in diesen Tagen der Kongress Pact for Impact mit 400 Teilnehmenden über die Bühne geht. „Die sind schon weiter als wir“, meinte Nussbaumer.

Nach der Vorspeise präsentierte Markus Gmür vom Institut für Verbands-, Stiftungs- und Genossenschaftsmanagement (VMI) der Uni Freiburg einen Vorgeschmack auf die Studie Management von Genossenschaften, zu der alle 8200 in der Schweiz registrierten kontaktiert wurden. Die für CooperativeSuisse beflügelnde Erkenntnis: Um ihre sozialen, ökologischen oder kulturellen Ziele zu erreichen, wünschen sie sich am Dringendsten ein Netzwerk für Austausch und gegenseitige Unterstützung.

Rahel Pfister